Warum Seb Hofmann als Pseudonym nichts taugt

Als das lektorierte Manuskript von Froschperspektive endlich fertig war und es an die Veröffentlichung ging, stellte sich mir die Frage aller Fragen: Welcher Name soll auf das Cover? Nur eine Sache stand fest: definitiv nicht meiner.

Ich habe lange über die Vor- und Nachteile von Pseudonymen nachgedacht. Neben praktischen Gründen, wie das Finden einer freien Domain, war mir eine Sache wichtig und zwar: Es musste ein Autorenname sein, mit dem ich mich absolut nicht identifizieren kann und „Seb“ nennt mich niemand.

Meist zweifle ich an meinen Fähigkeiten, aber wenn nicht, dann halte ich Froschperspektive für den größten Roman aller Zeiten und vergesse für den Moment, dass ich mit dieser Auffassung ganz allein dastehe. Auf Grund dieser Ambivalenz wollte ich auch keine völlige Anonymität, denn schließlich war ich stolz darauf einen Roman geschrieben zu haben, aber es sollte schon etwas sein, bei dem ich mich nicht angesprochen fühle und hinter dem ich mich notfalls verstecken kann. Nur so war es mir möglich überhaupt in den Sozialen Medien über meinen Roman zu reden und ich bin froh, dass mein Lektor meine Autorenbiografie verfasst hat, denn über mich selbst hätte ich nichts sagen können.

Ich hatte Angst vor dem Thema, vor den Reaktionen und immer wieder Zweifel an meinem handwerklichen Können. So sehr, dass ich es auf der Frankfurter Buchmesse nüchtern kaum über die Lippen gebracht habe mehr über Froschperspektive zu verraten, selbst dann nicht, wenn ich explizit danach gefragt wurde. Und schließlich bin ich ja auch nur einer dieser Selfpublisher.

Und wie läuft es bei den Autorenkollegen so?

Foren und Facebook-Gruppen geben zu diesen ganz persönlichen Autorenproblemen nur wenig Hilfestellung. Dort ist der Umgangston oft rau oder es werden Eigenwerbung, Verkaufszahlen, gelesene Seiten und Einnahmen ins Forum onaniert. Ich rutschte schnell in diese Autorenblase, kontrollierte mehrmals täglich meine Verkaufszahlen und kam letztlich zu dem Schluss, dass es sich wohl um ein technisches Problem handeln muss. Kann ja gar nicht anders sein.

Froschperspektive Kindle
Froschperspektive auf KDP

Es fällt schwer die Wahrheit einzusehen und die Autorenblase zu verlassen. Nur langsam wurde ich mir bewusst, dass egal wie sehr ich mein Werk in geschlossenen Autorengruppen anpreise, ich keine echten Leser finden werde, denn auch ich war als Autor viel zu sehr mit meinen eigenen Ergüssen beschäftigt.

Mein Ausweg aus der Autorenblase

Ich habe mir zum Ziel gesetzt doch noch mehr von diesen echten Lesern für Froschperspektive zu gewinnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich will raus aus meiner Autorenblase und habe als Sofortmaßnahme erstmal die Autorengruppen verlassen und das eBook von Froschperspektive aus dem Verkauf genommen, um mich neu zu sammeln und offen zu sein für kreative Ideen und Strategien.

Storno bei Tolino Media

Außerdem werde ich mein Pseudonym zukünftig nicht mehr benutzen, sondern einfach unter Sebastian schreiben, eben der Name, den mir meine Eltern gegeben haben und der zu mir gehört; genau wie Froschperspektive.

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